27. Dezember 2025

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Lektorat – aber richtig!

Wenn gute Inhalte an schlechter Sprache ersticken

Hand aufs Herz: Haben Sie auch schon einmal ein Whitepaper geschrieben, in das Sie Wochen Arbeit gesteckt haben – nur um dann festzustellen, dass Ihre Zielgruppe es nicht versteht? Oder schlimmer: gar nicht erst liest?

Das Problem ist fast nie der Inhalt, sondern wie Sie ihn verpackt haben.

Sie kennen Ihr Thema in- und auswendig. Sie wissen genau, was Sie sagen wollen. Aber zwischen »was ich meine« und »was im Text steht« liegen oft Welten – aus Fachbegriffen, die nur Insider verstehen. Aus Sätzen, die nach drei Kommas immer noch nicht zum Punkt kommen. Aus Argumenten, die für Sie logisch sind – aber für Ihren Leser völlig zusammenhanglos wirken.

Ein typisches Beispiel aus meiner Praxis:

»Durch die Implementierung innovativer Lösungsansätze im Bereich der digitalen Transformation erfolgt eine nachhaltige Optimierung der unternehmensinternen Prozesslandschaft unter Berücksichtigung agiler Methodiken.«

Was soll das heißen? Ich habe keine Ahnung. Ihr Kunde auch nicht.

Dennoch: Solche Sätze landen täglich auf meinem Schreibtisch. Nicht, weil die Autoren schlechte Texter sind. Sondern weil sie betriebsblind geworden sind.

Betriebsblindheit ist mehr als übersehene Tippfehler

Wenn Sie lange an einem Text arbeiten, passiert etwas Tückisches: Ihr Gehirn füllt die Lücken. Es liest nicht, was dort steht, sondern was dort stehen sollte. Sie sehen die perfekte Argumentation – weil Sie diese im Kopf haben. Sie verstehen jeden Fachbegriff – weil er für Sie selbstverständlich ist. Sie spüren den roten Faden – weil Sie ihn gelegt haben.

Ihr Kunde kann das alles nicht. Er sieht nur den Text. Und der Text? Der redet an ihm vorbei.

Der Text als (stumpfes) Werkzeug

In der Belletristik ist das Lektorat ein vorsichtiger Tanz. Man schützt die »Stimme« des Autors, arbeitet Nuancen heraus, veredelt den künstlerischen Ausdruck.

In der Unternehmenskommunikation ist der Text ein Werkzeug. Er hat eine klare Aufgabe: informieren, überzeugen, verkaufen.

Wenn dieses Werkzeug stumpf ist, haben Sie ein Problem:

  • Ihre Zielgruppe versteht nicht, was Sie anbieten – weil Sie Fachjargon sprechen statt Klartext.
  • Ihre Botschaft geht unter – weil sie in Nebensätzen erstickt oder unklar formuliert ist.
  • Ihre Argumentation überzeugt nicht – weil der rote Faden fehlt oder die Logik Sprünge macht.
  • Ihr Stil passt nicht zur Marke – weil der Text nach Behörde klingt statt nach modernem Unternehmen.

Ein unklarer Text kostet Sie nicht nur Leser. Er kostet Sie Vertrauen. Und damit viel Geld.

Mein Ziel im Lektorat für Unternehmen: Ihre Botschaft kommt beim Kunden an. Klar, präzise, ohne Reibungsverlust. Ich bin Ihr zweites Paar Augen, das keine Vorkenntnisse über das hat, was Sie »eigentlich« sagen wollten. Ich sehe nur, was dort wirklich steht.

Deshalb ist ein externes Lektorat kein Luxus für Unsichere. Es ist eine Qualitätskontrolle für Profis.

Lektorat oder Korrektorat? Eine kleine, aber feine Unterscheidung

»Können Sie da mal kurz drüberschauen? Nur auf Fehler.« Diesen Satz höre ich oft. Meistens stellt sich bei der ersten Sichtung heraus: Mit einer reinen Fehlerkorrektur ist es nicht getan. Doch wo genau liegt der Unterschied? Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Haus gebaut.

Das Korrektorat: Der Staubsauger-Service

Das Korrektorat ist der letzte Schritt, bevor die Gäste kommen. Ich jage Tippfehler, korrigiere Buchstabendreher, setze Kommata richtig und prüfe die Grammatik nach aktuellem Duden-Standard.

Um in der Haus-Analogie zu bleiben: Das ist der Staubsauger-Service. Ich putze die Fenster und sorge dafür, dass alles glänzt. Aber ich ändere nichts an der Architektur. Mein Fokus: formale Perfektion.

Das Lektorat: Der Architekt und Innenausstatter

Das Lektorat setzt viel früher an. Hier betrachte ich die Statik und die Ästhetik Ihres Textes. Passt die Raumaufteilung (die Struktur)? Ist der Weg vom Eingang ins Wohnzimmer (die Argumentationskette) logisch und einladend? Ist die Einrichtung (der Stil) angemessen für die Zielgruppe?

Das Lektorat ist die Arbeit am Fundament, an der Logik, am Fluss. Es geht nicht darum, Ihren Text schöner zu machen – sondern wirksamer. Denn ein Text, der nicht verstanden wird, ist ein gescheiterter Text. Egal, wie fehlerfrei er ist.

Konkret bedeutet das: Ich stelle die Fragen, die Ihre Leser stellen würden, zum Beispiel:

  • Zur Logik: Ergeben Ihre Aussagen Sinn – oder widersprechen Sie sich im dritten Absatz selbst? Fehlen logische Zwischenschritte in der Argumentation?
  • Zum Stil: Klingt Ihr Text nach Behörde aus den 70ern oder nach modernem, dynamischem Unternehmen? Passt der Ton zu Ihrer Marke und Ihrer Zielgruppe?
  • Zur Verständlichkeit: Muss der Leser einen Satz dreimal lesen, um ihn zu verstehen? Setzen Sie Fachwissen voraus, das Ihre Zielgruppe vielleicht gar nicht hat?
  • Zum Rhythmus: Fließt der Text oder stolpert man über Wortwiederholungen, Schachtelsätze und Nominalstil-Wüsten?

Das sind nur vier Beispiele – stellvertretend für Dutzende Checkpoints, die ich im Lektorat abarbeite. Jeder Text hat seine eigenen Schwachstellen. Meine Aufgabe ist es, sie zu finden, bevor es Ihre Kunden tun.

Warum die Reihenfolge entscheidend ist

Ein wichtiger Rat aus der Praxis: Beauftragen Sie niemals ein Korrektorat, bevor das Lektorat abgeschlossen ist.

Warum? Weil ich im Lektorat unter Umständen ganze Absätze umstelle, Sätze neu formuliere oder Passagen streiche. Würden wir zuerst korrigieren, wäre diese Arbeit bei jeder inhaltlichen Änderung hinfällig.

Und noch wichtiger: Lassen Sie den Text nicht layouten, bevor das Lektorat abgeschlossen ist.

Mir flattern regelmäßig fertig in InDesign gesetzte Broschüren oder Magazine auf den Tisch – mit der Bitte um Lektorat. Das Problem: Ein gründliches Lektorat greift tief in den Text ein. Wenn ich Absätze umstelle, Überschriften ändere oder Sätze neu formuliere, bricht das mühsam erstellte Layout zusammen. Die Folge: Der Grafiker muss alles neu setzen. Das kostet Sie doppelt – einmal für mein Lektorat, einmal für das DTP.

Die richtige Reihenfolge:

  1. 1
    Schreiben – Sie erstellen den Text
  2. 2
    Lektorat – Ich prüfe Struktur, Logik, Stil (in editierbarem Format)
  3. 3
    Korrektorat – Der Feinschliff für Rechtschreibung und Grammatik
  4. 4
    Layout – Erst jetzt geht der Text zum Grafiker
  5. 5
    Schlusskontrolle – Optional: Ich prüfe noch mal die gesetzten PDFs auf letzte Fehler

Drei Ebenen, ein Ziel: Ihr perfekter Text

Lektorat ist keine »One Size Fits All«-Lösung. Je nachdem, wo Ihr Text steht und was er erreichen soll, greifen verschiedene Mechanismen. Ich unterscheide dabei drei wesentliche Ebenen.

A. Das inhaltliche Lektorat: Die Statik Ihres Textes

Hier geht es um den »roten Faden«. Ich prüfe, ob Ihre Argumentationskette hält oder ob Sie den Leser unterwegs verlieren. Gerade bei komplexen Sachtexten, Whitepapern oder Geschäftsberichten ist das entscheidend.

Ein typisches Problem: Sie setzen Fachwissen voraus, das Ihre Zielgruppe vielleicht gar nicht hat. Oder Sie versprechen in der Einleitung eine Lösung, die im Fazit gar nicht auftaucht.

Beispiel aus dem IT-Bereich:

  • Vorher: »Unsere Software nutzt KI-basierte Algorithmen zur Datenanalyse. Dies führt zu einer Effizienzsteigerung. Im nächsten Kapitel besprechen wir die Lizenzgebühren.«
  • Meine Analyse: Hier fehlt die Brücke. Wie führt die KI zur Effizienz? Für wen genau? Und warum springen wir jetzt sofort zum Geld?
  • Lektorierte Fassung: »Unsere Software nutzt KI-basierte Algorithmen, um manuelle Dateneingaben zu automatisieren. Für Ihre Buchhaltung bedeutet das: 30 % weniger Zeitaufwand pro Beleg. Bevor wir uns ansehen, wie sich diese Zeitersparnis in Ihrem Budget widerspiegelt, werfen wir einen Blick auf das Lizenzmodell.«

Beispiel aus dem Beratungsbereich:

  • Vorher: »Unser Ansatz optimiert Ihre Prozesse nachhaltig. Wir schaffen Mehrwert durch strategische Ausrichtung. Die Implementierung erfolgt in Phasen.«
  • Meine Analyse: drei Sätze, null konkrete Information. Was genau wird optimiert? Welcher Mehrwert? Welche Phasen?
  • Lektorierte Fassung: »Wir analysieren Ihre Einkaufsprozesse und identifizieren Kostentreiber. Konkret: Wo zahlen Sie zu viel? Wo dauern Freigaben zu lange? In drei Monaten haben Sie einen klaren Maßnahmenplan – und wissen, wo Sie sofort sparen können.«

Inhaltliches Lektorat bedeutet: Ich stelle die Fragen, die Ihr Kunde stellen würde. Ich bin der Advocatus Diaboli, der sicherstellt, dass Ihre Story wasserdicht ist.

B. Das stilistische Lektorat: Die Sprachmelodie

Hier feile ich an den Formulierungen. Mein Ziel: maximale Verständlichkeit bei minimalem Ballast. In der deutschen Geschäftssprache neigen wir leider zum »Substantivismus« – wir machen aus lebendigen Verben tote Hauptwörter. Das macht Texte schwerfällig und langweilig.

Der Klassiker: Der Behördenstil

  • Vorher: »Nach der Durchführung einer intensiven Prüfung der eingereichten Unterlagen erfolgte seitens der Geschäftsführung die Erteilung der Genehmigung zur Umsetzung des Projekts.«
  • Nachher: »Die Geschäftsführung hat die Unterlagen intensiv geprüft und das Projekt genehmigt.«

Sehen Sie den Unterschied? Der zweite Satz atmet. Er ist direkt. Er spart dem Leser Zeit.

Im stilistischen Lektorat streiche ich Füllwörter (»eigentlich«, »gewissermaßen«, »ja quasi«), löse Schachtelsätze auf und achte darauf, dass Ihre »Corporate Voice« konsistent bleibt. Ein Text soll nicht nach »Helmut Barz« klingen, sondern nach Ihnen – nur eben in der bestmöglichen Version.

C. Das Red-Team-Lektorat: Die Feuerprobe

Haben Sie schon mal beim Anblick von Markenwerbung via Heißluftballon gedacht: »Ist diese Firma wirklich so aufgeblasen und voller Heißluft?«

Genau solche unbeabsichtigten Botschaften lauern überall. In Kampagnen. In Produktnamen. In Pressemitteilungen. Sie meinen es gut – aber Ihr schärfster Kritiker liest es böse.

Red-Team-Lektorat soll genau das verhindern. Auf allen Ebenen.

Beim Red-Team-Lektorat schlüpfe ich in die Rolle Ihres ärgsten Feindes. Ich lese Ihren Text nicht wohlwollend, sondern mit maximaler Skepsis. Ich suche nicht nach Fehlern – ich suche nach Angriffsflächen.

  • Wo könnten Ihre Aussagen missverstanden werden?
  • Wo laden Sie ungewollt zur Kritik ein?
  • Wo klingen Sie unglaubwürdig, obwohl Sie die Wahrheit sagen?
  • Wo geben Sie Angriffspunkte für Wettbewerber, Journalisten oder Social-Media-Trolle?

Ein Beispiel aus der Pharma-Kommunikation:

Sie schreiben in einer Pressemitteilung: »Unsere neue Diabetes-Therapie reduziert das Risiko von Folgeerkrankungen signifikant.«

Das Red Team fragt sofort: »Signifikant« im Vergleich wozu? Zu welchen Folgeerkrankungen? Und was bedeutet »reduziert« konkret – um 5 % oder um 50 %?

Ein Wissenschaftsjournalist wird diese Fragen stellen. Ihr Wettbewerber ebenfalls. Besser, wir klären das vorher.

Das Red-Team-Lektorat ist besonders wertvoll bei:

  • Produkteinführungen
  • Krisenkommunikation
  • Politisch sensiblen Themen
  • Kampagnen mit großer Reichweite

Hier geht es nicht darum, Ihre Botschaft zu verwässern, sondern sie kugelsicher zu machen.

Mein Lektorats-Workflow: Vom Entwurf zum Glanzstück

Schritt 1: Der erste Kontakt

Sie schicken mir Ihren Text. Ich schaue mir die ersten drei Seiten an und nehme eine Stichprobe aus der Mitte oder dem Ende. Das gibt mir ein Gefühl für den Arbeitsaufwand. Dann mache ich Ihnen ein konkretes Angebot mit Preis und Zeitrahmen.

Schritt 2: Die Bestandsaufnahme

Bevor ich loslege, kläre ich mit Ihnen:

  • Welche Zielgruppe soll der Text erreichen?
  • Welche Botschaft ist zentral?
  • Welcher Ton ist gewünscht? (Formell, locker, technisch, emotional?)
  • Gibt es No-Gos? (Wörter, die vermieden werden sollen, oder Formulierungen, die zwingend rein müssen?)

Schritt 3: Das eigentliche Lektorat

Jetzt geht es ans Eingemachte. Ich arbeite in Ihrem Dokument mit der Änderungsverfolgung von Word. Das heißt:

  • Änderungen sind farblich markiert und nachvollziehbar.
  • Anmerkungen stehen als Sprechblasen am Rand.

Sie haben die volle Kontrolle. Sie können jede meiner Änderungen mit einem Klick annehmen oder ablehnen.

Schritt 4: Die Feedbackschleife

Oft ergeben sich aus meinen Anmerkungen neue Gedanken auf Ihrer Seite. Das ist gut so! Wir besprechen diese Punkte, ich arbeite Ihre Ergänzungen ein und glätte sie stilistisch, bis wir beide sagen: »Jetzt sitzt alles.«

Schritt 5: Das Finale

Wenn das Lektorat inhaltlich und stilistisch steht, erfolgt die Abnahme. Erst danach sollte – falls gewünscht – das abschließende Korrektorat (der »Staubsauger-Service«) erfolgen, um letzte Tippfehler zu eliminieren, die sich eventuell während der Feedbackschleifen neu eingeschlichen haben könnten.

Ihre Vorbereitung zahlt sich aus

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Wenn Sie mir Ihren Text in einem strukturierten Format übergeben, kann ich mich voll auf die Sprache konzentrieren, statt wertvolle Zeit mit Formatierungsarbeiten zu verbringen.

Hier ist meine Checkliste für eine reibungslose Zusammenarbeit:

Wie Sie Zeit und Kosten sparen können

Bevor Sie mir den Text schicken, gibt es zwei Dinge, die Wunder wirken:

  1. 1
    Die automatische Prüfung: Lassen Sie zumindest einmal die Rechtschreibprüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms über den Text laufen. Das beseitigt die offensichtlichsten Stolpersteine vorab.
  2. 2
    Laut vorlesen: Lesen Sie sich Ihren Text selbst laut vor. Sie werden staunen: Man merkt sofort, wo man beim Lesen außer Puste kommt (Satz zu lang) oder wo Formulierungen haken. Das ist das beste Training für Ihr eigenes Sprachgefühl.

Was ich von Ihnen benötige

Um präzise arbeiten zu können, brauche ich ein paar Eckdaten von Ihnen:

  1. 1
    Corporate-Identity-Handbücher und Styleguides: Falls Ihr Unternehmen solche Dokumente hat – schicken Sie sie mir unbedingt mit. Viele Mitarbeiter wissen gar nicht, dass es sie gibt, aber sie sind Gold wert: Hier steht, wie Ihre Marke klingen soll, welche Begriffe Sie verwenden (oder vermeiden), wie Sie gendern und vieles mehr. Das spart uns beiden Zeit und sorgt dafür, dass mein Lektorat perfekt zu Ihrer Corporate Language passt.
  2. 2
    Ein Glossar: Gibt es Fachbegriffe, Eigennamen oder Produktbezeichnungen, die in einer ganz speziellen Schreibweise erscheinen müssen? Schon eine einfache Liste hilft mir, konsistent zu bleiben.
  3. 3
    Gendern: Falls nicht im Styleguide festgelegt: Wie halten Sie es mit der geschlechtergerechten Sprache? Sternchen, Doppelpunkt, neutrale Formulierungen oder das generische Maskulinum? Geben Sie mir Ihre Vorgaben einfach kurz durch.
  4. 4
    Besonderheiten: Haben Sie Lieblingswörter, die unbedingt hineinmüssen, oder »No-Go-Wörter«, die ich unbedingt vermeiden soll?

Die technischen Rahmenbedingungen

Bitte liefern Sie Ihre Texte in einem editierbaren Format (.docx, .odt, .rtf). PDFs oder Bilddateien sind für ein Lektorat ungeeignet, da die Textextraktion zusätzlichen Aufwand verursacht.

Wichtig: Wenn Ihr Text bereits in einem Layout-Programm wie Adobe InDesign gesetzt wurde, ist es für ein gründliches Lektorat zu spät. Lektorat bedeutet tiefe Eingriffe in Struktur und Formulierungen – das würde Ihr mühsam erstelltes Layout zerstören und Sie zahlen doppelt: einmal für mein Lektorat, einmal für das erneute Setzen durch den Grafiker. Lektorat findet immer vor dem Layout statt, nicht danach.

Für eine ideale Arbeitsumgebung im Dokument empfehle ich:

  1. 1
    Schrift: Ein gut lesbarer Standard-Font (Arial, Times New Roman, Courier New) in 11 oder 12 Punkt.
  2. 2
    Zeilenabstand: Stellen Sie den Abstand auf 1,5-zeilig ein. Das gibt mir und Ihnen Platz für Anmerkungen und Korrekturen.
  3. 3
    Ränder: Lassen Sie rundherum etwa 3 cm Rand.
  4. 4
    Absatzformat: Rücken Sie die erste Zeile eines Absatzes idealerweise um ca. 1 cm ein (außer direkt nach Überschriften). Das macht die Struktur beim Lektorieren viel übersichtlicher.
  5. 5
    Silbentrennung: Bitte deaktivieren Sie die automatische Silbentrennung für das Lektorat.

FAQ & häufige Missverständnisse

Rund um das Thema Lektorat ranken sich einige Mythen. Lassen Sie uns die häufigsten Fragen klären, die mir in meiner täglichen Praxis begegnen.

»Verliere ich durch das Lektorat meine eigene Stimme?«

Das ist die größte Sorge vieler Autoren. Die Antwort lautet: ganz im Gegenteil.

Ein guter Lektor ist wie ein Toningenieur. Er dreht nicht an den Reglern, um aus einer Rock-Band eine Schlager-Truppe zu machen. Er sorgt dafür, dass die Instrumente sauber klingen, die Stimme klar verständlich ist und der Rhythmus stimmt. Ihr Text wird nach dem Lektorat immer noch nach Ihnen klingen – nur eben ohne die störenden Nebengeräusche der Betriebsblindheit.

»Kann das nicht auch eine Künstliche Intelligenz (KI) erledigen?«

KI-Tools wie ChatGPT oder DeepL Write sind mittlerweile beeindruckend gut darin, Grammatik zu korrigieren oder Sätze umzuformulieren. Als Werkzeuge für eine erste grobe Glättung sind sie absolut sinnvoll.

Aber: Eine KI versteht keine Nuancen. Sie erkennt keine feine Ironie, sie weiß nichts über die spezifischen Befindlichkeiten Ihrer Zielgruppe und sie kann keine strategische Beratung leisten (Stichwort: Red-Team-Lektorat). Eine KI poliert die Oberfläche, aber sie prüft nicht das Fundament.

Ein menschlicher Lektor bringt Empathie, Kontextwissen und kritisches Denken ein – Dinge, bei denen Algorithmen (noch) scheitern.

»Wie lange dauert ein Lektorat?«

Das hängt natürlich vom Umfang und der Qualität des Ausgangstextes ab. Als grobe Faustformel gilt: Für ein gründliches Lektorat in zwei Durchgängen sollten Sie etwa eine Woche pro 30–50 Normseiten einplanen.

Qualität braucht Zeit. Wer im Eiltempo durchrauscht, übersieht genau die Dinge, für die Sie mich bezahlen.

»Ist ein Lektorat nicht sehr teuer?«

Betrachten Sie das Lektorat nicht als Kostenfaktor, sondern als Investment in Ihre Marke. Ein fehlerhafter oder unverständlicher Text kostet Sie im schlimmsten Fall Vertrauen bei Ihren Kunden – oder sorgt für teure Rückfragen und Fehlinterpretationen.

Ein professionell lektoriertes Dokument strahlt Kompetenz aus. Und: Wie wir gesehen haben, können Sie durch eine gute Vorbereitung (siehe Kapitel 5) die Kosten aktiv beeinflussen.

Ihr Text verdient mehr als einen flüchtigen Blick

Ein guter Text ist wie ein präzises Uhrwerk: Alle Teile müssen ineinandergreifen, damit die Zeit – oder in Ihrem Fall die Botschaft – richtig angezeigt wird.

Wie wir gesehen haben, ist Lektorat weit mehr als nur die Korrektur von Rechtschreibfehlern. Es ist die Arbeit an der Substanz, an der Wirkung und an der Sicherheit Ihrer Kommunikation. Ein Lektor ist Ihr kritischer Freund, der Ihnen hilft, die natürliche Betriebsblindheit zu überwinden und das volle Potenzial Ihrer Inhalte auszuschöpfen.

Wenn Sie das nächste Mal an einer wichtigen Broschüre, einer Website oder einem Whitepaper arbeiten, denken Sie an das zweite Paar Augen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Ihre Texte nicht nur gelesen werden, sondern genau den Effekt erzielen, den Sie sich wünschen.

Jetzt ist die Zeit für den letzten Schliff.

Schicken Sie mir Ihre ersten drei Seiten für ein unverbindliches Probelektorat. Ich zeige Ihnen, wo Ihr Text noch Potenzial hat – und was er werden kann, wenn alle Rädchen perfekt ineinandergreifen.

Kontakt:
E-Mail: helmut@helmut-barz.com

Ich freue mich darauf, an Ihren Worten zu feilen.

Und? Hat Ihnen der Pillar-Artikel geholfen?

Das freut mich. Wenn Sie das Gelesene nun professionell umsetzen lassen wollen — oder einfach jemanden brauchen, der die Ärmel hochkrempelt: Ich bin nur ein Formular oder eine E-Mail entfernt.

Kein Fan von Formularen? Dann schreiben Sie mir einfach eine E-Mail: helmut@helmut-barz.com

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